Der Telders Moot Court im Völkerrecht

 

Der Telders Moot Court im Völkerrecht

Bei einem Moot Court handelt es sich um eine simulierte Gerichtsverhandlung zu einem fiktiven Fall, die von Richtern realitätsnah geführt wird.

Gegenstand des von der Universität Leiden ausgerichteten und nach dem niederländischen Völkerrechtler Ben Telders benannten Moot Courts ist ein Fall aus dem Bereich des Völkerrechts, den die Studenten umfassend erarbeiten müssen. Dabei gilt es die Positionen der Kläger- und Beklagtenseite zunächst schriftlich in den memorials und anschließend bei den oral pleadings zu vertreten.

Zunächst stehen einige Monate zur Erstellung der Schriftsätze zur Verfügung, welche dann von Fachleuten bewertet werden. Sodann beginnt die Zeit der Vorbereitung auf den mündlichen Vortrag, unter anderem durch Sprachtraining und Videoanalyse mit dem Ziel eines selbstsicheren, überzeugenden Auftretens. Dabei finden etliche Proberunden statt, für die in der Vergangenheit Professoren, Richter, Rechtsanwälte und Praktiker gewonnen werden konnten. Hier haben sich bereits Kontakte für das berufliche Fortkommen gebildet.

Im Frühjahr gilt es dann die erste Hürde zu nehmen: Die nationale Vorausscheidung, in der das Kölner Team gegen Teams anderer deutscher Universitäten antritt. Die Sieger der Vorrunde werden durch die Reise nach Den Haag belohnt, wo es sich an der internationalen Konkurrenz zu messen gilt. Die beiden erfolgreichsten Teams duellieren dann vor Richtern des Internationalen Gerichtshofes in der Great Hall of Justice im Friedenspalast in Den Haag.

Während der ganzen Zeit werden die Teilnehmer durch Moot Court-erprobte Betreuer seitens des Lehrstuhls mit Rat und Tat unterstützt. Neben eigenen Arbeitsplätzen stehen ihnen dabei insbesondere die Bibliothek sowie Westlaw, der Zugang zu anglo-amerikanischen Zeitschriften, zur Verfügung.
 
Was bringt mir der Moot Court?

Von der Vielzahl der Vorteile, sollen hier nur einige kurz erwähnt werden:

  • Spaß!
  • Anerkennung als Schein für die Schlüsselqualifikation; Seminarschein, der eine Wahlfachklausur ersetzen kann oder alternativ als Freisemester im Rahmen der Studienordnung.
  • Erfahrungen in der praktischen Rechtsanwendung aus Anwaltssicht.
  • Highlight im Lebenslauf.
  • Kontakte zu Richtern, Anwälten und sonstigen Praktikern.
  • Eine intensive Vorbereitung einschließlich Sprachtraining und Videoanalyse.
  • Selbstbewusstsein und Training für die mündliche Prüfung.

Spannend! Wie kann ich mitmachen?

Das Bewerbungsverfahren wird jeweils im Juli durchgeführt (bitte auf die Aushänge und Ankündigungen auf der Lehrstuhlhomepage achten), bewerben sollten sich all jene, die neben einer gesteigerten Begeisterung für das Völkerrecht über Interesse an der Arbeit im Team, Durchhaltevermögen und gute Englischkenntnisse verfügen. Vertiefte Kenntnisse im Völkerrecht sind nicht erforderlich, sie werden im Rahmen der Vorbereitung erworben.

Bedauerlicherweise nicht mitwirken können Studenten, die bereits über einen Abschluss (Master oder Maîtrise) verfügen.


Mut zum Moot!

Kontaktaufnahme: mootcourt(at)ilwr.de

Ergebnisse: Das Kölner Team konnte auf Seiten des Applicants in das Finale einziehen, besiegte dort das Team aus Griechenland und konnte somit den gesamten Moot Court gewinnen. Darüber hinaus wurde das Kölner Team mit dem Preis für die besten mündlichen Vorträge auf der Klägerseite geehrt.